27.02.07 11:42

Absetzbarkeit von (Verkehrs-)Strafen

Von: Fritz Bauer


Wann sind (Verkehrs-)Strafen Abschreibposten?

Gelegentlich fällt bei Betriebsfahrten ein Strafzettel an. Sei es, dass Parkvorschriften verletzt wurden (was mit dem "Arzt im Dienst"- Schild nicht vorkommen sollte) oder dass wegen eines eiligen Besuches die Geschwindigkeit übertreten wurde. Eine Strafe kann zur Betriebsausgabe oder zu Werbungskosten werden, wenn sie im Zusammenhang mit einer Einkunftsquelle (also der Ordination) anfällt und vom Nachweis eines bestimmten Verschuldens des Bestraften nicht abhängig ist. Nur wenn ein geringes Verschulden vorliegt, kann eine Strafe sowohl im betrieblichen Bereich (als Betriebsausgabe) als auch im Bereich der nichtselbständigen Einkünfte (als Werbungskosten) zum steuerwirksamen Ausgabenposten werden. Das Delikt muß eher zufällig ”passiert” sein, für notorische Gesetzesübertreter gibt es keine fiskalische Nachsicht. Die betriebliche Verwaltungsübertretung muß eine Ausnahmeerscheinung sein. Wiederholt auftretende Verwaltungsübertretungen sollten nicht auch noch steuerlich belohnt werden. Ein Arzt, der mit 140 km/h auf einer Bundesstraße nachweislich zu einem Herzpatienten fuhr, konnte die saftige Strafvorschreibung beispielsweise nicht als beruflich veranlaßt absetzen. Ob Geldstrafen zu Steuerabsetzposten werden können, ist also als Grenzfrage anzusehen.




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